Baby Update | 9. Lebensmonat

Entwicklung | Rettungswagen

Entwicklung

Johannas Entwicklung im 9. Monat war enorm. Innerhalb von ein bis zwei Wochen hat sie so wahnsinnig viel dazugelernt und Dinge, die sie ansatzweise konnte, weiter ausgebaut, dass man aus dem Staunen kaum noch heraus kam. War Ende des 8. Monats gerade der Vierfüßlerstand an der Reihe und es wurde fleißig hin und her gewippt, sowar kurze Zeit später das Krabbeln an der Reihe und so gut wie nichts mehr sicher vor dem Entdeckungsdrang unseres kleinen Dreikäsehochs 😉

Foto 22.07.17, 15 34 26.jpg

Mittlerweile krabbelt sie in einer stattlichen Geschwindigkeit durch die Wohnung und erkundet jedes Möbelstück am liebsten im Stehen. Sie tapst dabei schon recht sicher an unserer Schrankwand, die sehr flach ist, entlang und kann gar nicht genug bekommen von den ganzen Knöpfen und Lichtern an unserer Musikanlage. Sie weiß sogar schon, welchen Kopf sie drücken muss, damit ihre CD mit den Kinderliedern angeht und schwingt locker die Hüfte und hopst umher, wenn plötzlich aus der Box daneben ein bsssssssss, summ, summ, summ, Bienchen summ herum ertönt. Foto 22.07.17, 15 36 44.jpgAuch den Knopf für die Lautstärkeregelung hat sie bereits gefunden und so kann es vorkommen, dass wir im einen Moment noch ganz gemütlich den Klängen von „Kommt ein Vogel geflogen“ lauschen und aus eben diesem Titel kurz darauf ein konzertähnlicher Beitrag wird, bei dem einem die Ohren klingen 😉 Sehr spannend ist auch immer ihre Reaktion, wenn sie versehentlich auf den Knopf drückt, bei dem der CD – Wechsler die CD – Leiste ausgibt. Die ist nämlich genau auf Augenhöhe mit ihr und es ist immer wieder zum Wegschmeißen komisch, wie sie schaut, wenn das Ding ihr plötzlich entgegen kommen.

Sehr gut meistert sie mittlerweile auch den Weg aus dem Stand wieder zurück auf den Boden. Was sie am Anfang noch irritiert hat, wie man nun wieder in den Sitz kommen soll, bekommt sie nach ein paar Mal Üben und ganz viel Wiederholen „In die Knie gehen“ ziemlich gut alleine hin. Foto 22.07.17, 15 38 53.jpg An dieser und auch vielen verschiedenen anderen Situationen sieht man auch sehr deutlich, wie sie sich sprachlich entwickelt hat. Sie versteht sehr genau, was man ihr sagt oder was man von ihr will, wenn sie die Situation schon öfter erlebt hat und ganz erstaunlich ist es zu sehen, wie sie in einem Buch mit verschiedenen Dingen, die zu einer Kategorie gehören, auf diverse Dinge korrekt zeigt, wenn man sie fragt, wo sich besagte Gegenstände befinden.

Duden 18+: Kennst du das? Meine ersten 50 Wörter
9,99 € bei Thalia

Natürlich kennt sie noch nicht alle Wörter, nach denen in diesem Buch gesucht wird aber man merkt, dass sie sich Wörter schnell einprägt. Natürlich vor allem von den Dingen, die sie ganz besonders interessieren. Daher blättere ich mit ihr immer durch das Buch und benenne immer den Gegenstand, das Tier oder den Menschen, auf den sie zeigt.  Ihre Favoriten sind zur Zeit „Apfel“, „Baby“, „Blume“, „Becher“ und „Schwamm“ 😉

 

Aber auch Körperteile weiß sie ganz toll einzuordnen, ganz besonders gut erkennt sie die Nase, den Mund, das Ohr und den Bauchnabel und was ich am Lustigsten finde  – „Mamas Brust“! Aber auch Muttermale findet sie wahnsinnig spannend und sucht mich regelmäßig danach ab und betastet sie dann eingehend.

In der Wohnung an sich sind jegliche Art von Lampen ganz hoch im Kurs aber auch Kissen, Tisch, Tapete und Co. wurden schon ins Verständnis – Repertoire aufgenommen. Wenn Sie Dinge, nach denen man sie fragt, gefunden hat, dann zeigt sie auch oft darauf. Wenn wir auf dem Balkon stehen suchen wir oft nach Autos, Bäumen und Fahrradfahrern, aber auch Hunde werden erkannt und der nahe gelegene Springbrunnen.

Da das Wetter sich ja an vielen Tagen von seiner besten Seite zeigte, waren wir auch einige Male im Schwimm – bzw. Freibad. Es ist herrlich, Johanna dabei zuzusehen, wie sie ihre Welt entdeckt und wie sie trotz ihres doch eher zurückhaltenden und schüchternen, ja teilweise würde ich es „reservierten“ Charakters nennen, immer mehr auftaut und ein richtiger Entdecker geworden ist. Sie braucht immer eine Weile bis sie warmläuft aber wenn das Eis einmal gebrochen ist, dann gibt es quasi kein Halten mehr. Dementsprechend anstrengend und verarbeitungsreich sind aber zur Zeit auch die Nächte, in denen sie bis zu 5 mal aufwacht und immer weint oder nörgelt und manchmal findet sie auch für eine etwas längere Zeit nicht gleich wieder in den Schlaf. Da wir ja ein Familienbett haben, stille ich sie meist und wir können alle recht bald wieder weiter schlafen. Es ist allerdings dennoch anstrengend, wenn die Nacht so häufig unterbrochen wird. Da fühlt man sich so manchen Morgen, wie ein Zombie und hat das Gefühl, man hätte die letzte Nacht gefeiert, bis die Schwarte kracht… Und das Kind hüpft um 05:00 Uhr morgens fröhlich durchs Bett und beklettert die Hüpfburg „Mama“. Ja, man hat es uns prophezeit. Schlafmangel ist dein größter Feind und auch wenn man es während der Schwangerschaft noch nicht glauben mochte, es ist wahr, sooo wahr.

Rettungswagen

Und genau dieser Schlafmangel hat uns eine Fahrt mit dem RTW in die Kindernotaufnahme beschert. Dieser und der Glaube daran, dass man ja wach wird, wenn sich das Kind neben einem im Bett bewegt. Leider nein, irgendwann war zumindest bei mir anscheinend der Moment gekommen, an dem mein Körper so tief in den Schlaf gefallen war, dass ich nicht wach wurde, als Johanna beim Mittagsschlaf, bei dem wir uns zusammen in unser Boxspringbett gelegt hatten, aufwachte und über mich hinüber kletterte. Wir haben einen Schlafzimmerschrank, bei dem eine Schiebetür komplett verspiegelt ist und Johanna liebt es, ihrem Spiegelbild zuzuwinken und ihr eigenes Ich herzlich zu knutschen und anzusabbern. Leider kann sie den Abstand zwischen Bett und Schrank noch nicht einschätzen und selbst wenn, wäre ihr Gehirn noch gar nicht in der Lage, sich darauf zu konzentrieren, dass da eine gefährliche Lücke zwischen ihr und ihrem Spiegel – Ich existiert. Wo doch der Spiegel sooo interessant ist. Also muss sie wohl schnurstracks Richtung Spiegel gekrabbelt sein und irgendwann war dann eben das Bett zu Ende. Ich habe es nur Rumpeln gehört und dann hat Johanna auch schon gebrüllt, wie am Spieß. (Man sagt ja, wenn sie brüllen, ist es besser, als wenn sie stumm bleiben) Ich habe sie sofort hoch genommen und sie gecheckt, ob etwas gebrochen ist oder so. Ach, eigentlich habe ich sie nur ganz fest an mich gedrückt und mir liefen die Tränen übers Gesicht. In dem Moment dachte ich nur, Oh nein, oh nein, oh nein, wieso bin ich nicht aufgewacht, hoffentlich ist nichts Schlimmes mit ihrem Kopf passiert. Hirnblutung, innere Verletzungen, man spult in Sekundenschnelle alle möglichen Szenarien durch. Ich hab sie dann aufs Bett gelegt, um nochmal genau zu schauen und da strahlte mich schon eine riesige Beule über ihrem Auge an, die schon richtig blau anlief. Sie hörte dann auch recht schnell auf zu weinen, was mich einerseits beruhigte,  andererseits aber wieder besorgte, denn sie wurde leicht lethargisch, also sie hing müde über meiner Schulter und irgendwie hat mir das Angst gemacht. Die Ärztin sagte später, dass sie beim Schreien so viel Energie verbrauchen, dass sie danach einfach fertig sind und daher so schlaff sind. Aber in dem Moment dachte ich nur, sie wird gleich ohnmächtig. Ich rief erst meinen Mann an und als der sagte, er schaffe es nicht vor einer halben Stunde zu Hause zu sein und ich solle lieber den Rettungswagen rufen, tat ich das umgehend und es klingelte keine 10 Minuten später bei uns und der Rettungsassistent war bei uns. Zu dem Zeitpunkt klärte Johanna schon wieder auf. Sie war nur irritiert, warum auf einmal drei fremde Männer bei uns im Schlafzimmer standen und sie anschauten 😉 Da sie sich bis dahin nicht übergeben hatte und auch sonst wieder recht agil war, konnte ich schon etwas aufatmen aber wir sind dennoch mit in die Notaufnahme gefahren und mein Mann kam kurze Zeit später nach. Während der Fahrt schäkerte Johanna schon mit einem der Rettungsassistenten und hätte sie die dicke blaue Beule nicht auf der Stirn gehabt, hätte man nicht gedacht, dass sie vor einer halben Stunde einen schlimmen Sturz erlitten hat. Ich machte mir wahnsinnige Vorwürfe, wie mir das passieren konnte und alles nur, weil ich nicht wach geworden bin! In der Notaufnahme mussten wir eine Weile warten und dann wurde sie ärztlich untersucht, ihre Pupillenreflexe getestet und ihr Kopf untersucht. Geröntgt wurde nicht, da sie unauffällig war und man sie daher der Strahlung nicht aussetzen wollte. Normalerweise wird man bei so einen kleinen Baby und nach einen Sturz mindestens 24 Stunden im Krankenhaus überwacht, aber da sie wie gesagt komplett unauffällig war und sich nicht übergeben hatte (das kann ein Indikator sein, dass doch ein Schädel – Hirn – Trauma vorliegt oder die Gefahr einer Hirnblutungen gegeben ist) stellte man uns zur Wahl, ob wir da bleiben wollen oder nach Hause fahren wollen, mit der Option, sofort wiederzukommen, sollte sich ihr Zustand doch wieder verschlechtern.  Wir haben uns entschieden, nach Hause in ihre gewohnte Umgebung zurückzukehren und sie sehr genau zu beobachten. Bei der kleinsten Annahme auf merkwürdiges Verhalten wären wir sofort zurück ins Krankenhaus gefahren. Aber sie blieb Gott sei Dank weiterhin unauffällig und so war es ein aufregender Nachmittag für alle Beteiligten und eine schlaflose Nacht, weil wir uns Sorgen machten. Am selben Tag besorgten wir uns aus der Apotheke noch Arnika Globulis

Bildergebnis für arnica globulis baby
5,99 € in der Apotheke

sowie eine

10,00 € in der Apotheke

Arnika Salbe, mit der wir den blauen Fleck behandelten, damit dieser ihr nicht so stark weh tut und schneller verschwindet. Wir haben uns dafür in der Apotheke beraten lassen und die Dame empfahl uns die Globulis. Irgendwie wollten wir aber selbst noch etwas mechanisch dazu beitragen und nicht nur auf die Globulis vertrauen und so nahmen wir eben auch noch die Salbe. Da hat man irgendwie das Gefühl, man hätte noch etwas mehr mitgeholfen, wenn man mehrmals täglich die Stirn einreiben kann. Von den Globulis sollte Johanna in den ersten 5 Stunden alle 15 Minuten 2 Globulis nehmen und dann die nächsten zwei Tage 5 Mal täglich. Und der blaue Fleck ging wirklich rasch zurück und wir hatten auch nicht das Gefühl, dass er Johanna besonders doll schmerzt. Nach 2 Tagen hatte Johanna allerdings dann ein Feilchen, da das Hämatom durch das Hautgewebe nach unten gelaufen war und nun sah sie aus, wie nach einem Boxkampf… Aber was solls. Hauptsache, es ist alles gut gegangen und ich werde nie mehr mit ihr zusammen Mittagsschlaf machen. Seither haben wir immer die Philips B120S/10 HD Babyphone Kamera an und beobachten sie, wenn sie schläft. Ich hatte echt den Schock meines Lebens. Das war wirklich das allerschlimmste Gefühl und ich hab mir die größten Vorwürfe gemacht.

Ein Glück hat unsere Tochter (m)einen Dickschädel!

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s